{"id":28684,"date":"2018-06-15T10:07:37","date_gmt":"2018-06-15T08:07:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.aki-goettingen.de\/veranstaltung\/prof-dr-barbara-mittler-young-diva-go-east-operntraditionen-in-china\/"},"modified":"2018-06-15T10:37:40","modified_gmt":"2018-06-15T08:37:40","slug":"prof-dr-barbara-mittler-young-diva-go-east-operntraditionen-in-china","status":"publish","type":"tribe_events","link":"https:\/\/www.aki-goettingen.de\/zh-hans\/veranstaltung\/prof-dr-barbara-mittler-young-diva-go-east-operntraditionen-in-china\/","title":{"rendered":"Vortragsreihe \u201eOn Stage: Chinesische Oper im Kulturkontakt\u201c \u2013 Prof. Dr. Barbara Mittler, \u201eYoung Diva, go East \u2013 Operntraditionen in China\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die Reaktion eines Berlioz auf chinesische Opern, aufgef\u00fchrt bei der Weltausstellung 1851 in London, war denkbar ungn\u00e4dig: &#8220;Katzenjammer&#8221; sei das gewesen, so schreibt er. Oper jedenfalls sei das nicht, jedenfalls nicht das, was er unter Oper verstehe. In Antwort auf solche Kritik erinnert der franz\u00f6sische Sinologe Louis Laloy, dass es \u00e4hnliche Reaktionen auch bei Chinesen geben konnte\u2014die auf franz\u00f6sische Oper mit der Bemerkung reagierten, dass &#8220;wenn man nicht verstehe, man schon das finde, das sei einfach ein bisschen viel Krach.&#8221; Die Geschichte des Austauschs von Opernkunst zwischen China und Europa hatte gerade erst begonnen als Laloy dies schrieb. Genau 100 Jahre sp\u00e4ter, im Herbst 2010 wird, wieder bei einer Weltausstellung, der Expo in Shanghai, Oper aufgef\u00fchrt: Richard Wagners <em>Ring<\/em>, vor begeistertem, chinesischem Publikum. Umgekehrt findet auch die chinesische Oper inzwischen in Europa faszinierte Anh\u00e4nger.<\/p>\n<p>Dieser Vortrag versucht, den Weg nachzuzeichnen, der zu solchen Neubewertungen f\u00fchrt: In einer R\u00fcckschau auf 150 Jahre musikalischem Kontakt zwischen China und Europa frage ich: Wie ist die europ\u00e4ische Oper nach China gelangt und wieso? Welche sozio-politischen und \u2013historischen Umst\u00e4nde haben ihren Weg zum Erfolg behindert oder beg\u00fcnstigt? Welche Konsequenzen hat das f\u00fcr globales Opernerfahren? Diese letzte Frage wird mich schlie\u00dflich am Ende wieder an den Anfang zur\u00fcckf\u00fchren, zu Berlioz und der Frage wie und ob Oper, sei sie chinesisch, franz\u00f6sisch, japanisch oder deutsch, \u00fcberhaupt irgendwann einmal global verst\u00e4ndlich sein kann.\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.aki-goettingen.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Flyer-On_Stage_2018.pdf\">Flyer On_Stage_2018<\/a><\/p>\n<p><strong>Barbara Mittler<\/strong> studierte in Oxford, Taipei und Heidelberg Sinologie, Musikwissenschaft und Japanisch. 1994 erfolgte die Promotion, vier Jahre sp\u00e4ter die Habilitation. 2004 wurde sie auf den Heidelberger Lehrstuhl f\u00fcr Moderne Sinologie berufen. Von 2007 bis 2012 war sie Sprecherin einer Sektion des Exzellenzclusters \u201eAsia and Europe in a Global Context\u201c, heute das Heidelberger Centrum f\u00fcr Transkulturelle Studien, zu dessen Co-Direktorin sie 2012 ernannt wurde. Ihre Forschungsinteressen liegen im Bereich der chinesischen Kunst- und Kultur. 2000 wurde sie f\u00fcr ihre Arbeiten mit dem Heinz-Maier-Leibnitz-Preis ausgezeichnet, 2009 mit dem Henry Allen Moe Prize in the Humanities, 2013 mit dem John K. Fairbank Prize.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Reaktion eines Berlioz auf chinesische Opern, aufgef\u00fchrt bei der Weltausstellung 1851 in London, war denkbar ungn\u00e4dig: &#8220;Katzenjammer&#8221; sei das gewesen, so schreibt er. 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