Akademisches Konfuzius-Institut an der Georg-August-Universität Göttingen

Die Georg-Augst-Universität Göttingen nahm den Konfuzius-Tag in Verbindung mit dem traditionellen chinesischen Mondfest zum Anlass, drei besondere Veranstaltungen anzubieten, die der deutschen Öffentlichkeit neue Zugänge zur chinesischen Kultur eröffneten und den im Umfeld der Universitätsstadt Göttingen lebenden Chinesen die Gelegenheit gaben, dieses traditionelle Fest gemeinsam zu feiern.

Den Anfang der Veranstaltungsreihe bildete das Konzert „Vollm(o)ndige Musik“ 月满东西楼des Berliner Duos DONG-WEST am 22. September in der Orangerie des Alten Botanischen Gartens der Universität Göttingen. Die beiden geladenen Musiker Vivien Lee und Volker Greve boten dem Publikum eine originelle Mischung aus chinesischen und westlichen Harmonien dar, zum Beispiel im „Liebeslied von Kangding“, einem traditionellen Volkslied, das von den Musikern im westlichen Stil adaptiert wurde. Die ausgewählten Musikstücke vermittelten den chinesischen ZuhörerInnen eine neue Sicht auf die traditionelle chinesische Musik und lieferten dem deutschen Publikum spannende lyrische und musikalische Einblicke in die chinesische Kultur.

Am 24. September organisierten der Chinesische Kulturverein Göttingen und der Verein chinesischer Studenten und Wissenschaftler in Göttingen gemeinsam mit dem Akademischen Konfuzius Institut eine öffentliche Feier zum Mondfest in Bovenden. Die Feier wurde mit einer Kinderperformance eröffnet, in der ein klassisches chinesisches Gedicht vorgetragen, ein traditionelles Lied zum Mondkuchenfest gesungen und eine Klavieraufführung dargeboten wurde. Im Anschluss an die Kinderperformance, die von großem Applaus begleitet war, folgte als Highlight des Tages die Präsentation einer traditionellen Teezeremonie. Im Anschluss daran konnten die Besucher in verschiedenen Spielzonen selbst unterschiedliche Aspekte der chinesischen Alltagskultur erleben. So gab es beispielsweise einen „Stäbchen-Wettbewerb“, bei dem die korrekte Haltung chinesischer Essstäbchen geübt wurde, oder eine Verkostung von „Mondfest-Delikatessen“, bei der traditionelle chinesische Mondkuchen verkostet wurden. An drei weiteren Stationen konnten die Besucher ihre Namen ins Chinesische übertragen lassen und deren Aussprache trainieren, Einblicke in die Grundkenntnisse der chinesischen Sprache erhalten und in einer Einführung in die Kalligraphie chinesische Schriftzeichen üben.

Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildete ein Vortrag des Musikwissenschaftlers Professor Bi Minghui (Peking University School of Arts) am 25. September im Hörsaal der Philosophischen Fakultät. Sowohl chinesische Austauschstudierende der Georg-August-Universität als auch an chinesischer Musik und Geschichte interessierte ZuhörerInnen wohnten dem Vortrag bei. Der Vortrag mit dem Titel „Traditional and Modern Music in China: The Chinese Auditory Structure and its Transformation in Modern Times“ nahm seinen Ausgang bei der Frage, warum man sich mit chinesischer und westlicher Musik auseinandersetzen sollte. Mit Hilfe von verschiedenen audiovisuellen Medien verdeutlichte Professor Bi die wichtigsten Entwicklungen in der chinesischen Musik vor und nach dem Jahr 1840, das er nicht nur als Zäsur in der politischen Geschichte Chinas, sondern auch als entscheidenden Wendepunkt in der chinesischen Musikgeschichte beschrieb.

Die vom AKI organisierten und unterstützten Feierlichkeiten anlässlich des Konfuzius-Tages und des Mondfests gaben zum einen der Gemeinschaft der chinesischen Studierenden und Wissenschaftler in Göttingen und Bovenden Gelegenheit, gemeinsam die traditionellen Festtage zu begehen, und boten zum anderen der Göttinger Bevölkerung die Möglichkeit, ihr Wissen über die chinesische Kultur zu erweitern und aktiv an traditionellen chinesischen Feierlichkeiten teilzunehmen.